THEMA: 18. July (The Story)

18. July (The Story) 04 Mär 2016 22:27 #155114

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Mehrere Mitglieder der Band haben Kinder. Gut möglich, dass deine Interpretation näher dran bist an der Intention der Texter. Was nicht heißt, dass ich nicht zu meiner Übersetzung/ Interpretation stehe.

Im Rahmen meines Leistungskurses Deutsch habe ich mal gelernt, dass es durchaus von verschiedenen, persönlichen Faktoren (Alter, persönliche Erfahrungen) abhängt, wie man den Inhalt von etwas, das Spielraum zur Interpretation lässt, auffasst. Diese Interpretation kann sich, sollte man die Muse haben, sich nach gewisser Zeit noch einmal mit dem ganzen zu beschäftigen, ändern. Kein Muss, aber ein Kann. Neue Erfahrungen, die man zum Zeitpunkt des ersten Lesens noch nicht hatte, begünstigen unter Umständen eine andere Interpretation.
I caught a fleeting glimpse of life...

Runrig: Hearts of Olden Glory
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18. July (The Story) 05 Mär 2016 09:52 #155116

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OEdystopia schrieb: Im Rahmen meines Leistungskurses Deutsch habe ich mal gelernt, dass es durchaus von verschiedenen, persönlichen Faktoren (Alter, persönliche Erfahrungen) abhängt, wie man den Inhalt von etwas, das Spielraum zur Interpretation lässt, auffasst. Diese Interpretation kann sich, sollte man die Muse haben, sich nach gewisser Zeit noch einmal mit dem Ganzen zu beschäftigen, ändern. Kein Muss, aber ein Kann. Neue Erfahrungen, die man zum Zeitpunkt des ersten Lesens noch nicht hatte, begünstigen unter Umständen eine andere Interpretation.

Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Mich verblüfft es nur immer, dass es eben solche Unterschiede bei Übersetzungen gibt, wo man immer denkt, der andere müsste das doch auch so verstehen wie man selbst. Umso interessanter ist es, hier verschiedene Übersetzungsvarianten zu lesen. :) Es erweitert auch den eigenen Horizont und manchmal kommt dann der Aha-Effekt, weil man selbst mit einer Zeile oder einem Wort ewig hadert. :/ Werde mir sicher auch noch ältere Lieder mal vornehmen, die ich noch nicht selbst übersetzt habe. Mal sehen, was dabei herauskommt... :lol:
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18. July (The Story) 05 Mär 2016 10:34 #155119

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OEdystopia und Helen, eure Überlegungen haben mich an ein Essay des Lyrikers Reiner Kunze aus seinen Münchner Poetik-Vorlesungen, gesammelt im Essay-Band "Das weiße Gedicht", erinnert:

"Hätte ich ein weisses Erlebnis gehabt und versucht, ein weisses Gedicht zu schreiben, und ein Leser würde sagen, das Gedicht sei schwarz, könnte ein Grund dafür sein, dass ich mit dem Weiss des Erlebnisses zu sparsam umgegangen bin, so dass das Gedicht grau wirkt und der Leser, dunkel vorgestimmt, vor allem die Schwarztöne herausspürt" (gekürzt)

Nun seid ihr in Euren Interpretationen nicht so weit auseinander, aber Helen hat ja das Phänomen angesprochen, dass es überhaupt geschieht.

Im ebenfalls enthaltenen Essay "Dasselbe, das ein anderes ist", beschreibt Kunze übrigens auch die Kunst des Nachdichtens aus anderen Sprachen. Ein Buch vor allem für Poesie-Freaks, für diese dafür unerschöpflich.
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